Sexuality Pay Gap
Gehaltsunterschiede aufgrund der Sexualität?

Alfred Dohrmann Gesellschaft 23.01.2021

Die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sind häufiger im Gespräch. Männer verdienen im Durchschnitt mehr als Frauen. Die Gründe dafür sind verschieden. So werden nicht zwingend gleiche Tätigkeiten unterschiedlich entlohnt, Frauen arbeiten häufiger in den schlechter bezahlten Sozialberufen und kommen seltener in die besser bezahlte Führungsebene. Nicht ohne Grund wird immer wieder die Debatte über die Frauenquote in Vorständen aufgeworfen.

Gehaltsunterschiede finden sich jedoch nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern sind scheinbar auch abhängig von der Sexualität. Darauf lassen zumindest die Ergebnisse des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), einer Langzeitstudie unter dem Dach der Leibniz- Gemeinschaft schließen. Veröffentlicht wurden die Daten 2017 vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Dabei wurden 39.559 Erwachsene befragt, davon 459 offen lebende Schwule, Bisexuelle oder Lesben. Laut dem DIW eine Zahl die ausreicht um verlässliche Aussagen zu treffen.

Der Unterschied im mittleren Stundenlohn war dabei auffällig. Heterosexuelle Männer liegen bei 18,14 Euro, Schwule im Schnitt bei 16 Euro. Homosexuelle Frauen liegen mit 16,44 Euro dazwischen und noch weit über den 14,40 Euro welche heterosexuelle Frauen im Durchschnitt verdienen. Studienautor Martin Kroh äußerte sich dazu wie folgt: „Der Sexuality Pay Gap, der in ähnlichem Umfang schon in anderen Ländern ermittelt wurde, legt eine Benachteiligung Homo- und Bisexueller nahe.“

Unterschiede gibt es auch in Schulausbildung und Beruf. Demnach haben Schwule, Lesben und Bisexuelle häufiger die (Fach-)Hochschulreife und seltener mittlere Reife oder einen Hauptschulabschluss als die heterosexuellen Befragten. In Zahlen bedeutet das: 47 Prozent der Homosexuellen haben (Fach-)Hochschulreife oder einen (Fach-)Hochschulabschluss, bei den Heterosexuellen gehören nur 36 Prozent dieser Gruppe an.

Bei den Unterschieden im Berufsleben ist auffällig, dass LGBs deutlich seltener eine Ausbildung absolvieren als Heterosexuelle. Im Job angekommen, arbeiten 78 Prozent der Lesben, Schwulen und Bisexuellen als Angestellte (Heterosexuelle: 61 Prozent), als Arbeiterinnen und Arbeiter sind dagegen nur 11 Prozent von ihnen beschäftigt (Heterosexuelle: 23 Prozent).

Ein Beitrag vom
Queer Content Network e.V.